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Eingewöhnung - Eingewöhung

Beitragsseiten

 

Die Zeit der Eingewöhnung

Entwicklungspsychologische Aspekte

Was bedeutet die Eingewöhnung für das Kind?

Der Übergang von der Familie in den Kindergarten ist eine neue Herausforderung für das Kind, das sich nicht nur an eine neue Umgebung gewöhnen wird, sondern auch Beziehungen zu neuen Personen aufbauen kann.

Ihr Kind ist in der ersten Zeit mit unbekannten Räumen, fremden Personen und anderen Kindern konfrontiert.

Verschiedene Wertvorstellungen und Erziehungshaltungen treffen in unserer Institution aufeinander.

Die neue Umgebung fordert dem Kind Lern- und Anpassungsleistungen ab.

Jedes Kind baut bald nach der Geburt eine Bindungsbeziehung zu den Eltern auf, die eine wichtige Rolle in der Eingewöhnung spielt. Die Eltern dienen dem Kind als sichere Basis bei der Erkundung neuer Orte und Situationen. Im Fall von Unsicherheit sucht das Kind die Nähe der Mutter/des Vaters, bis hin zum engen Körperkontakt. Wird es von dieser Person aufgefangen, so wird das innere Gleichgewicht rasch wieder aufgebaut werden und es wird wieder Interesse an der Umwelt zeigen, und das Neue weiter erkunden wollen.

  1. Nehmen Sie sich Zeit zur Eingewöhnung!
  2. Bitte setzen Sie KEINE Erwartungshaltungen an Ihr Kind, sondern nehmen Sie es wahr. Was braucht es? Was weckt sein Interesse? Was macht ihm Angst?
  3. Geben Sie sich und Ihrem Kind die Zeit, die Sie beziehungsweise es benötigen/benötigt.
  4. Für Ihr Kind ist IHRE emotionale Stabilität von entscheidender Bedeutung!
  5. Kinder brauchen Kinder und Kinder suchen Kinder um sich emotional und sozial entwickeln zu können.
  6. Das Kind entwickelt personenspezifische Bindungen im ersten Lebensjahr in vier Etappen (nach Ainsworth et al., 1978):

Gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind werden wir IHRE PERSÖNLICHE EINGEWÖHNUNGSZEIT gestalten und begleiten.


Pädagogische Aspekte

Als Erinnerung und zum Nachfühlen:

Alles Neue bringt nicht nur freudige Erwartungen sondern auch Unbehagen und Zweifel.

Für viele Kinder ist der Kindergarteneintritt die erste Loslösung von der Familie. Trennung hat meist zunächst mit Trauer zu tun.

Ihr Kind wird sich wohl fühlen, sobald es Vertrauen gefasst hat. Wenn es zum ersten Mal in den Kindergarten kommt, wird dieses Vertrauen noch nicht möglich sein.

Der Eintritt in unsere Bildungsinstitution ist wichtig und positiv für die Persönlichkeitsentwicklung Ihres Kindes. Arbeitende Mütter müssen KEINE Schuldgefühle haben.

Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn Ihr Kind anfangs abseits sitzt und noch keinen Kontakt aufnimmt. Die Pädagogin hat Ihr Kind nicht vergessen. Aus Erfahrung wissen wir, dass viele Kinder erst ungestört beobachten wollen (uns, andere Kinder, Spielsituationen, Spielmaterial, ...). Jedes "Zuviel" an Zuwendung wird als Bedrängung verstanden, ist dem Vertrauensaufbau nicht dienlich und verzögert den Eingewöhnungsprozess.

Verlassen Sie sich ruhig auf die Fähigkeiten der Kindergartenpädagoginnen, die diverse Situationen sehr gut abschätzen können und genau wissen, wann und wie sie auf Ihr Kind zugehen.

Das Eingehen auf das individuelle Entwicklungstempo Ihres Kindes zeigt unseren Respekt vor seiner Einzigartigkeit.

Sie helfen Ihrem Kind, wenn Sie Verständnis zeigen für seine Trauer und/oder Unsicherheit, aber ihm auch deutlich vermitteln, dass Sie von der Richtigkeit dieses Schrittes überzeugt sind.

Kinder spüren sehr stark die Unsicherheit der Eltern. Dies irritiert und verängstigt Ihr Kind zutiefst.


Tipps für die Eingewöhnung

Haben Sie Geduld! Ihr Kind braucht Zeit:

  • um sich an die Kindergruppe, in der es nicht immer der Mittelpunkt sein kann, zu gewöhnen.
  • sich an den ungewohnten Tagesablauf anzupassen
  • sich in den Räumen sicher zu fühlen.
  • um bestehende Regeln mittragen zu lernen.
  • sich in der Vielfalt von Umgangsstrategien zurecht zu finden.
  • zu wissen, wo es etwas bestimmtes wieder findet.
  • um seinen Platz und seine Rolle innerhalb des Kindergartens zu erobern.

Sollten Sie, nachdem Sie den Kindergarten verlassen haben, beunruhigt sein, können Sie jederzeit anrufen. (02626/5116) Wir geben ehrlich über das Verhalten Ihres Kindes Auskunft.

Wenn Sie Ihr Kind abholen: Sie kommen zur vereinbarten Zeit und holen Ihr Kind ab. Ziehen Sie es zügig um und nehmen Sie es mit, auch wenn es noch nicht gehen will. Herumtrödeln und oftmaliges "Na gut, dann komme ich später wieder", verwirren nicht nur Ihr Kind, sondern auch jene, die noch nicht abgeholt wurden. Nicht selten werden versteckte Machtkämpfe zwischen Kind und Eltern über die "Abholschiene" gespielt. Bleiben Sie bitte wohlwollend und konsequent!

Bestürmen Sie Ihr Kind nicht gleich mit Fragen. Viele Ereignisse wird es im Laufe des Nachmittags oder Abends von selbst erzählen. Geschieht dies nicht, schaffen Sie geeignete Spielsituationen: z.B. mit dem Teddy, der vom Kindergarten spricht. Erfinden Sie positive und negative Erlebnisse und lassen Sie Ihr Kind weitererzählen.

Bitte vermeiden Sie zu viel Aufhebens um den Kindergartenneuling. Geschenke oder gar Mitleidsbezeugungen der Eltern oder Verwandten sind nicht förderlich.

Eine emotionale Stabilität von Seiten der Eltern ist eine Grundvoraussetzung für das gute Gelingen des Schrittes in die Institution.

Kiga Zemendorf-Stoettera